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Ein Aussteiger erzählt: Philip Schlaffer erneut zu Gast an der Gemeinschaftsschule Wentorf

Nach seinem ersten Besuch an der Gemeinschaftsschule Wentorf im vergangenen Jahr war Philip Schlaffer nun erneut bei uns zu Gast. Als ehemaliges Mitglied der rechtsextremen Szene und heutiger Anti-Gewalt- und Deradikalisierungstrainer gab er den Jugendlichen des 9. Jahrgangs einen sehr persönlichen Einblick in seine Vergangenheit – offen, direkt und ohne die schwierigen Seiten seines früheren Lebens auszusparen.

Wie kommt man überhaupt in eine extremistische Szene? Und warum ist es oft so schwer, wieder auszusteigen? Mit persönlichen Erfahrungen und konkreten Beispielen zeigte Schlaffer, dass Radikalisierung häufig nicht von heute auf morgen passiert. Anerkennung, Freundschaften, Gruppenzugehörigkeit und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören, können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Schlaffer erzählte von seiner eigenen Zeit in der Neonazi-Szene und der rechtsextremistischen Musikszene. Auch sein späterer Weg als Gründer eines Rockerclubs war von Gewalt und illegalen Aktivitäten geprägt. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich das eigene Denken und Handeln innerhalb solcher Strukturen verändern kann – und wie schwierig es ist, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Die Schüler*innen waren von Anfang an aufmerksam dabei und wurden immer wieder in den Vortrag einbezogen. Es entstanden interessante Fragen und Gespräche, bei denen es nicht nur um Schlaffers Vergangenheit ging, sondern auch um aktuelle Themen wie Ausgrenzung, Vorurteile und Gruppendruck.

Besonders eindrucksvoll war dabei seine persönliche Botschaft: Veränderung ist möglich. Der Weg dorthin kann schwierig sein, aber ein Ausstieg und ein Neuanfang sind möglich. Der Besuch bot den Jugendlichen damit nicht nur einen Blick auf eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, sondern vor allem die Möglichkeit, sich kritisch mit den Mechanismen von Extremismus auseinanderzusetzen. Ein Vormittag, der sicherlich bei vielen Schüler*innen noch länger nachwirken wird.

Der Vortrag ist Bestandteil der Präventionsarbeit an der Gemeinschaftsschule Wentorf und wurde von den beiden Schulsozialarbeitern der Schule, Herrn Christiansen und Herrn Detje, organisiert.